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23.10.2026

Schulsteuern sollen um zwei Prozentpunkte hoch

Die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri hat ihr Budget 2027 mit einer schwarzen Null vorgestellt.


VSG-Finanzchefin Helen Scalco-Klingler. Bild: Manuel Nagel

Bericht Thurgauer Zeitung online/ 23.10.2026 / Manuel Nagel

Der Druck auf die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri bleibt hoch. Die Behörde sieht sich insbesondere in den Bereichen Finanzen und Schulraumentwicklung vor grossen Herausforderungen. Am Mittwochabend haben Schulpräsident Michael Stäheli-Engel und Helen Scalco-Klingler, Präsidentin der Finanzkommission, den Parteien und Medien das Budget 2027 vorgestellt und einen Ausblick auf die nahe Zukunft gegeben.

 

 

Behörde hat Klassengrösse auf 21 Schüler erhöht

Bei den Finanzen schlagen dringend notwendige Investitionen und die ausserplanmässigen Abschreibungen von 3,1 Millionen Franken aufgrund der abgelehnten Bauprojekte in Sommeri und Hemmerswil zu Buche. Eine Möglichkeit für Einsparungen ist die Klassengrösse. Dort hat die Behörde nun den Hebel angesetzt und auf 21 Schüler erhöht – bei steigenden Schülerzahlen. Insgesamt wurden Einsparungen von jährlich über 370’000 Franken umgesetzt. «Die verbesserten Finanzkennzahlen zeigen, dass unsere Massnahmen greifen. Dennoch müssen wir weiterhin sorgfältig mit unseren Mitteln umgehen und klare Prioritäten setzen», erklärt Helen Scalco-Klingler. Das Budget 2027 sieht bei einem Aufwand von 47’189’800 Franken und einem Ertrag von rund 47’282’400 Franken einen Überschuss von 92’600 Franken vor. Jedoch nur, wenn die Schulbürger an der Budgetversammlung vom 30. November im Kulturforum die Erhöhung des Steuerfusses von 97 auf 99 Prozent beschliessen. Ohne diese Anpassung entstünde ein Defizit von rund 496’500 Franken.

Hälfte der Investitionen dient nur dem Werterhalt

Bemerkenswert ist, dass rund die Hälfte der Investitionsmittel lediglich dazu dient, den Wert der bestehenden Schulanlagen zu erhalten, ohne dass zusätzlicher Schulraum geschaffen wird. Diese oft wenig sichtbaren Massnahmen seien jedoch für einen sicheren und langfristigen Schulbetrieb unverzichtbar. Die Schule spricht von ausgeschöpften Raumreserven und sanierungsbedürftigen Gebäuden. Bereits heute würden Improvisation und Mehrfachnutzungen von Räumen zum Schulalltag gehören, während die Anforderungen an zeitgemässe Lernräume steigen.

Die Bauprojekte Sommeri, Hemmerswil und Sonnenberg beschäftigen die Schulbehörde auch im kommenden Jahr. Mit der Zustimmung zum Baukredit für das gemeinsame Projekt mit der Politischen Gemeinde Hefenhofen im Sonnenberg sei ein wichtiger Meilenstein erreicht, teilt die VSG mit. Als Nächstes folgen die Ausschreibungen sämtlicher Arbeitsgattungen. Der Baustart ist für Herbst 2027 vorgesehen, der Bezug des neuen Schulhauses zu Beginn des Schuljahres 2029/2030.

Erneute Abstimmungfür den Standort Sommeri

Keinen Neubau wollten die Schulbürger in Hemmerswil: Nach dem Nein zum Baukredit habe man bereits notwendige Sanierungsmassnahmen umgesetzt, «doch weitere Investitionen bleiben erforderlich», sagt Jürg Affentranger, Präsident der Liegenschaftskommission. Ein Gesamtsanierungskonzept soll die langfristige Entwicklung der Schulanlage aufzeigen und dabei sowohl die notwendige Erneuerung als auch mögliche Erweiterungen berücksichtigen.

In Sommeri steht nach der Ablehnung der Baukreditvorlage am 18. Mai 2025 bereits die nächste Abstimmung vor der Tür. Weil das historische Schulhaus an der Hauptstrasse aufgrund von Brandschutzbestimmungen nur noch bis Ende 2028 betrieben werden kann, muss eine Übergangslösung den Schulbetrieb sichern und die Zeit überbrücken, bis ein neues Schulhaus gebaut ist, oder eine andere Lösung gefunden wurde. Die Abstimmung über den Baukredit für das Provisorium findet am 28. Februar 2027 statt. Zu den Kosten kann die Schulbehörde noch nichts sagen, man sei aktuell in den Abklärungen. Am 12. Januar 2027 findet zum Provisorium Sommeri eine Informationsveranstaltung statt.

«Schulraumplanung ist sehr komplex und braucht Weitsicht. Entscheidend sind Lösungen, die den Bedarf decken, wirtschaftlich vertretbar und langfristig tragfähig sind», gibt Jürg Affentranger zu bedenken.