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Können sich die unzertrennlichen Tim und Struppi auch diesmal aus einer brenzligen Situation retten, oder sagen Amriswils Schulbürger zum dritten Mal Nein?
Am 30. November wurde das Schulhausprojekt in Hemmerswil ultraknapp abgelehnt, am 18. Mai jenes in Sommeri eher deutlich. Und die nächste Abstimmung in Hefenhofen folgt schon bald.

Eine Wintervisualisierung des Neubauprojekts von Gemeinde- und Schulhaus in Hefenhofen. Bild: YLVI Architektur
Jahresrückblick Thurgauer Zeitung: 31.12.2026 / Bericht: Manuel Nagel
Es stellt sich die Frage, was realistischer ist: Schnee an Neujahr in Hefenhofen wie auf der Visualisierung des geplanten Schulhauses und Gemeindehauses im Sonnenberg, oder die Annahme des Baukredits für dieses Projekt, das voraussichtlich am 27. September 2026 in Amriswil, Hefenhofen und Sommeri an die Urne kommt.
«Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen», lautet ein Bonmot, das sowohl Kurt Tucholsky als auch Winston Churchill zugesprochen wird. Es trifft auf die kommende, aber auch auf die letzten zwei Abstimmungen der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri zu. Kaum einer wird auf den Ausgang der Abstimmung in neun Monaten viel Geld setzen. Das ultraknappe Nein am 30. November zum Schulhausprojekt in Hemmerswil ist noch zu präsent. Dennoch gibt es Anzeichen, dass es – nach dem Nein am 18. Mai zum Projekt in Sommeri – im nächsten Herbst keinen Hattrick mit erneutem Schulhausdebakel gibt.
«Hefenhofen sendet ein starkes Signal an die VSG»
Am 7. Februar sagte Hefenhofen an einer aussergewöhnlichen Gemeindeversammlung klar Ja (92,7 Prozent) zu einem Projektierungskredit, zwei Tage später folgte an der Urne die Schulbürgerschaft der VSG mit immerhin 63 Prozent Zustimmung. Hefenhofens Einigkeit und Geschlossenheit sieht Gemeindepräsident Thomas Schnyder als ein starkes Signal in Richtung der Amriswiler und Sommerer, die via VSG über das Schicksal des neuen Hefenhofer Gemeindehauses mitbestimmen. Dieses Signal fehlte aus Sommeri, wo der örtliche Turnverein gegen das Neubauprojekt opponierte.
Zudem war man – im Wissen, dass auch die Finanzen in Sommeri ein Kritikpunkt waren – beim Projekt in Hefenhofen bemüht, die Kubatur und die Kosten auf ein Minimum zu reduzieren, um hier keine weitere Angriffsfläche zu bieten. «Das Architekturkollektiv YLVI aus Basel war hier sehr kooperativ», sagt Thomas Schnyder.
Projekt kann nicht in Etappen gebaut werden
Das Projekt heisst «Tim und Struppi», wie die Comicfiguren, die sich oft aus brenzligen Situationen retten und unzertrennlich sind. Das treffe auch auf die zwei Baukörper zu, sagt Schnyder und macht deutlich, dass bei einem Ja zum Baukredit in Hefenhofen und einem Nein aller Schulbürger nicht einfach das Gemeindehaus gebaut werden könne. Zu sehr seien die Gebäude miteinander verbunden, um sie in Etappen oder gar getrennt bauen zu können, auch wenn das Gerücht zirkuliere. Gerade weil die Schule und die Gemeinde Synergien nutzen würden, sei das Gebäude sehr effizient, was den Platzbedarf angeht.
In die Karten von Schnyder und der Schulbehörde spielt zudem, dass der Schulraumbedarf am Standort Sonnenberg klar ausgewiesen ist. Bereits heute können nicht alle Hefenhofer Kinder in ihrer Gemeinde zur Schule und müssen per Bus an andere Schulstandorte gefahren werden. Die Situation wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, die Elf-Weiler-Gemeinde wächst und wächst. Die Verwaltung brauche ebenso mehr Platz. Zu dieser Erkenntnis sei man schon beim letzten Projekt vor zehn Jahren gelangt, so Schnyder, der zudem betont, dass das jetzige Gemeindehaus nicht behindertengerecht sei.