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Drei Millionen in den Sand gesetzt
Die abgelehnten Bauprojekte in Sommeri und Hemmerswil wirken sich massiv auf die Rechnung 2025 der VSG aus.
Bericht: Thurgauer Zeitung, Manuel Nagel - 7.5.2026
Eigentlich war es schon lange klar, doch nun steht es auch schwarz auf weiss da: Die beiden vom Volk abgelehnten Bauprojekte in Sommeri und Hemmerswil kommen die Schulbürger von Amriswil, Hefenhofen und Sommeri teuer zu stehen. Mehr als drei Millionen Franken an Planungskosten sind durch das Nein an der Urne in den Sand gesetzt worden. In Sommeri seien es 1,126 Millionen, in Hemmerswil 1,945 Millionen, sagt Helen Scalco-Klingler, die in der Schulbehörde für die Finanzen verantwortlich ist. Beide Beträge werden in der Jahresrechnung 2025 der Volksschulgemeinde ausgewiesen und abgeschrieben. Der Verlust für das vergangene Rechnungsjahr ist in etwa gleich hoch wie die beiden Abschreiber. Die VSG Amriswil-Hefenhofen-Sommeri schreibt ein Minus von 3,288 Millionen Franken.
Dementsprechend ist das Eigenkapital um rund drei Millionen geschrumpft, womit auch die Eigenkapitalquote von 35,4 auf 24,3 Prozent fiel und nur noch ausreichend ist. Da nützt es der VSG auch nichts, dass ihre Steuereinnahmen um 3,199 Millionen über Budget abgeschlossen haben, denn dadurch fiel auch der Finanzausgleich des Kantons um 3,156 Millionen geringer aus.
Klassengrösse wird auf 20 Kinder angehoben
Doch die Mehrkosten für die Steuerzahler nehmen weiter zu. Durch den abgelehnten Neubau in Sommeri ist spätestens ab übernächstem Jahr ein Provisorium nötig, das beinahe dem Raumprogramm des Neubaus entspricht. Denn ab 2028 darf das alte Schulhaus an der Hauptstrasse aus Brandschutzgründen nicht mehr für Unterrichtszwecke benutzt werden, ohne auch dort massiv zu investieren. Zu den Kosten für das Provisorium, das die VSG erwerben will, wollte sich Schulpräsident Michael Stäheli-Engel noch nicht äussern. Man sei derzeit zusammen mit dem Sommerer Gemeinderat in der Planung. Die Abstimmung werde voraussichtlich im November vor das Volk kommen.
Auch durch den abgelehnten Baukredit in Hemmerswil werden Ausgaben nötig, die man sonst nicht getätigt hätte. Nun müsse man dort ebenfalls Geld in die Hand nehmen, um vor allem die marode Haustechnik für die nächsten Jahre weiter am Laufen halten zu können. Jürg Affentranger, in der Schulbehörde zuständig für die Liegenschaften, geht davon aus, dass die Kosten für diese Sanierungen unter einer halben Million Franken liegen, sodass es – im Gegensatz zum Provisorium in Sommeri – hierfür keine Urnenabstimmung braucht.
Eine Massnahme, welche die Schulbehörde getroffen hat, ist die Anhebung der Klassengrösse von 20 auf 21 Kinder. Das sei die Richtgrösse des Kantons, wofür man auch entschädigt werde. Bislang hatte sich die VSG aus Qualitäts- und pädagogischen Gründen entschieden, die Grenze bei 20 Kindern anzusetzen. Die Mehrkosten trug die VSG. Doch jetzt rückt man aus Spargründen davon ab. «Wir können so fünf Klassen einsparen», sagt der Schulpräsident.
Es sei einer der wirksamsten Hebel, um Kosten zu sparen. Doch ihm ist auch klar, dass man mit grösseren Klassen für die Lehrpersonen unattraktiver werde. Das birgt die Gefahr, dass sich Lehrkräfte für einen anderen Arbeitsort entscheiden, wo sie kleinere Klassen in grösseren Räumen unterrichten können. Das sei bereits passiert in Amriswil, sagt Michael Stäheli.
