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23.02.2026

Dr. Milena Svec: Entlaufene Mönche und Nonnen im Spätmittelalter

Der Mönch gehört ins Kloster wie der Fisch ins Wasser – so lautet ein lateinisches Sprichwort.


Dr. Milena Svec

Doch was geschah, wenn sich ein Mönch oder eine Nonne im Kloster nicht wohlfühlte oder andere Gründe es ratsam erscheinen liessen, das Ordenshaus zu verlassen? Immer wieder kam es vor, dass Ordensleute ihre eigentlich unwiderruflichen Gelübde brachen und unerlaubt in das weltliche Leben der spätmittelalterlichen Gesellschaft zurückkehrten.

Entlaufene Nonnen und Mönche begegnen uns quer durch die Weltliteratur – man denke etwa an Bruder Tuck in «Robin Hood» oder an den mordenden und lasterhaften Mönch Medardus in E. T. A. Hoffmanns «Die Elixiere des Teufels». Doch was sagen die historischen Quellen über diese Entlaufenen? Wer waren sie? Warum verließen sie ihr Kloster, kletterten über Mauern und wurden daraufhin von der Kirche geächtet und vom weltlichen Arm verfolgt?

Diesen Fragen ging die Historikerin Dr. Milena Svec Goetschi in ihrer 2015 erschienenen Dissertation «Klosterflucht und Bittgang: Apostasie und monastische Mobilität im 15. Jahrhundert» nach. Dafür wertete sie ein umfangreiches archivalisches Quellenmaterial aus, unter anderem Registereinträge der an den Papst gerichteten Bittschriften im Archivio Segreto Vaticano in Rom sowie zahlreiche Klosterarchivalien aus dem deutschsprachigen Raum, u.a. auch aus der ehemaligen Diözese Konstanz, zu der damals auch der heutige Thurgau gehörte.

Im Laufe ihrer Arbeit wuchsen ihr „ihre“ Entlaufenen ans Herz: junge Mönche, die sich kriegerischen Heeren anschlossen, unglückliche Klosterfrauen, die von ihren Familien ins Kloster gedrängt worden waren, und aufständische Ordensleute, die sich gegen Reformen von Bischöfen und Orden zur Wehr setzten. In der Erzählstunde wird sie einige Beispiele aus diesem reichen und farbigen Quellenfundus vorstellen.

Die Erzählstunde beginnt ausnahmsweise erst um 16:00 Uhr.

Der Eintritt ist frei.