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Der fehlende Schulraum beschäftigt die Schulbehörde nach wie vor
Die Volksschulgemeinde steht weiterhin vor grossen Herausforderungen. Der steigende Bedarf an zusätzlichem Schulraum und die damit verbundenen Investitionen belasten den Finanzplan. Insbesondere die Ablehnung zweier Baukredite wirkt sich negativ auf die Jahresrechnung 2025 aus.
Die Herausforderungen der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri sind nicht kleiner geworden. Der Bedarf an zusätzlichem Schulraum und damit verbundene Investitionen nehmen Einfluss auf den Finanzplan. Andererseits wirken sich politische Entscheide – wie die beiden abgelehnten Baukredite – negativ auf die Erfolgsrechnung 2025 aus. «Als Schulbehörde nehmen wir unsere Verantwortung gewissenhaft wahr und suchen stets nach sinnvollen Lösungen», so Schulpräsident Michael Stäheli-Engel im Rahmen der Partei- und Medienkonferenz zur Rechnung 2025 der VSG vom vergangenen Dienstagabend. In der direkten Demokratie sind dazu aber immer auch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mitverantwortlich für die Entwicklung der Volksschule. Die Presse und die Politischen Parteien tragen zudem wesentlich zur öffentlichen Meinungsbildung bezüglich politischer Prozesse bei.
Zwei einschneidende Abstimmungen
Im Geschäftsjahr 2025 fanden mehrere Urnenabstimmungen statt. Am 9. Februar wurden zudem die Gesamterneuerungswahlen der Schulbehörde und der Rechnungsprüfungskommission durchgeführt. Ausserdem wurde zeitgleich der Projektierungskredit Sonnenberg mit 63 Prozent Ja-Stimmen genehmigt. Ebenfalls angenommen wurde am 18. Mai die Jahresrechnung, während der Baukredit für den Erweiterungsbau Sommeri mit 61 Prozent abgelehnt wurde. Ebenfalls Nein sagte die Mehrheit der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 30. November zum Baukredit Ersatzneubau und Provisorium Hemmerswil. Diese beiden abgelehnten Vorlagen haben nun deutliche Auswirkungen auf die Rechnung 2025. Zudem bleibt die Frage nach der Schulraumentwicklung und die Finanzierung der notwendigen Investitionen ist nach wie vor ein wichtiger Schwerpunkt der Schulbehörde. Zudem gilt es nun, speziell im Zusammenhang mit der Finanz- und Investitionsplanung, die Leistungen und Angebote der VSG zu prüfen – speziell dort, wo keine gesetzliche Grundlage existiert. «Wir werden in den nächsten Jahren sicher unsere Finanzen optimieren müssen, so dass wir den Finanzhaushalt in ein gutes Gleichgewicht bringen können», so Stäheli-Engel.
Ausserordentliche Abschreibungen
In den nächsten Jahren wird eine klare Finanzstrategie nötig sein, um die dringend notwendigen Investitionen tätigen zu können. «Denn leider wirken sich die beiden abgelehnten Kredite von Sommeri und Hemmerswil nachteilig auf die Jahresrechnung aus, weil die Planungskosten ausserordentlich abgeschrieben werden mussten», erklärt die Präsidentin der Finanzkommission, Helen Scalco-Klingler. Die Jahresrechnung schliesst bei einem Steuerfuss von 95 Prozent mit einem Verlust von rund 3,3 Millionen Franken ab. Hauptgrund sind die ausserordentlichen Abschreibungen von rund drei Millionen Franken für die nicht realisierten Bauprojekte in Sommeri und Hemmerswil. Ohne diese Effekte wäre das Ergebnis leicht besser als budgetiert ausgefallen. Trotz der Belastung bleibt die finanzielle Situation insgesamt stabil. Die Eigenkapitalquote ist weiterhin solide, auch wenn das Eigenkapital durch die Abschreibungen reduziert wurde. Die Finanzstrategie der Volksschulgemeinde basiert auf einer klaren Priorisierung der Ausgaben, einer kritischen Überprüfung von nicht verpflichtenden Leistungen sowie einer laufenden Anpassung des Finanzplans, um langfristige Risiken zu reduzieren. Scalco-Klingler betont: «An einer strukturierten Finanzstrategie festzuhalten, wird künftig unverzichtbar sein.»
Strategische Schulraumentwicklung
Zur Sicherung der finanziellen Tragfähigkeit treibt die Schulbehörde die strategische Schulraumentwicklung konsequent weiter. Nach der Ablehnung der Baukredite wurden kurzfristige Massnahmen ergriffen. Zugleich werden tragfähige, langfristige Lösungsansätze vertieft geprüft. In Sommeri ist ab 2028 für maximal sieben bis acht Jahre ein befristetes Provisorium vorgesehen, während in Hemmerswil dringende Sanierungen sowie die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts im Fokus stehen. Aufgrund der im März 2026 aktualisierten Schulentwicklungsprognosen wurden die Planungsgrundlagen weiter präzisiert. Im Rahmen eines Strategieseminars im April 2026 definierte die Schulbehörde zudem die zukünftige Klassenstruktur und legte die Prioritäten für die nächsten Planungsschritte fest. Jürg Affentranger, Leiter Ressort Liegenschaften, stellt klar: «Die strategische Schulraumentwicklung bleibt ein zentrales Handlungsfeld, das mit langfristiger Perspektive, Augenmass und Weitblick gestaltet werden muss.»
Ersatzwahlen am 14. Juni
Sascha Angehrn musste aufgrund seiner neuen beruflichen Tätigkeit als Leiter des Amtes für Volksschule des Kantons Thurgau aus der Schulbehörde austreten. Die Ersatzwahl findet am 14 Juni statt. Als Wahlvorschläge eingegangen sind Eva Tremp, Amriswil (FDP), Fachspezialistin Projekte und Technik; Luana Burgstaller, Sommeri (parteilos), Berufsschullehrerin und Philipp Limacher, Amriswil (Die Mitte), Dipl. Ing. FH Maschinentechnik.
