News Unsere Schule
«Das Ergebnis ist ein Ja, aber...»
Der umstrittene Erweiterungsneubau der Schulanlage Sommeri hat die erste Hürde mit 62,2 Prozent genommen.
Bericht: Thurgauer Zeitung online, 4.3.2024 / Manuel Nagel
«SumSumSum» – so lautet der Name des Siegerprojekts für den Erweiterungsneubau der Schulhausanlage in Sommeri, für den die Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri einen Wettbewerb durchführen liess. Doch so sonor die Bezeichnung auch ist, so disharmonisch fielen andere Stimmen im Vorfeld der Abstimmung aus. Exponenten des STV Sommeri opponierten mit Zustimmung des Vorstandes gegen das Projekt. Der örtliche Turnverein befürchtet, dass er durch das neue Schulhaus einen grossen Teil der Sportrasenfläche verliert, auf der er bisher trainieren konnte, wie unsere Zeitung mehrmals berichtete.
Doch die Mobilisierung der Gegnerschaft begann erst zwei Wochen vor der Abstimmung, unmittelbar nach dem Informationsanlass der Schulbehörde. Wohl mit ein Grund, dass der Nein-Stimmen-Anteil nicht höher ausgefallen ist. Von den 2411 eingegangenen Stimmzetteln in den drei Gemeinden der Volksschulgemeinde wurden 17 leere und 79 ungültige eingelegt. Auf den verbliebenen, massgebenden 2315 Stimmzetteln stand 1440-mal Ja und 875-mal Nein.
Gegnerschaft will «an der Sache dranbleiben»
Roman Bärlocher, Sprecher der Gegnerschaft des Projekts und Mitglied des STV Sommeri, hat den Ausgang der Abstimmung so erwartet. «Mit diesem Resultat mussten wir von vornherein rechnen», sagt er. «Aber für uns ist es doch auch ein Achtungserfolg.» Er wisse zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht, wie das Resultat in Sommeri ausgefallen sei. «Dieses Ergebnis ist für unser weiteres Vorgehen massgebend», sagt Bärlocher.
In wie weit sich die Gegner des Projekts mit diesem Resultat Gehör verschaffen konnten, werde sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, sagt Bärlocher. Auf jeden Fall bleibe man an der Sache dran. Zudem verspricht er: «Wir sind gerne und jederzeit für weitere konstruktive Gespräche mit der VSG Amriswil-Hefenhofen- Sommeri sowie der Gemeinde Sommeri bereit.»
Wer bei diesen Gesprächen den STV Sommeri vertritt, das müsse wohl auch noch vereinsintern aufgearbeitet werden, sagt Michael Stäheli-Engel. Der Schulpräsident vermutet, dass das Nein-Komitee im Namen des STV Sommeri aufgetreten sei, ohne die Mitglieder zu informieren und hinter sich zu haben. Aber auf jeden Fall werde der Turnverein als Nutzer zu weiteren Workshops eingeladen.
Schulpräsident erwartet Akzeptanz des Ergebnisses
An diesen Workshops wird nun das Siegerprojekt weiter ausgearbeitet, denn dieses sei «nicht die Variante, die dann auch der Schulbürgerschaft zur Abstimmung für den Baukredit vorgelegt wird», erinnert Michael Stäheli nochmals. Deswegen sei die Zustimmung zu diesem Nachtragskredit auch so wichtig gewesen, dass man das vorliegende Projekt überhaupt weiter verfolgen und optimieren könne.
Der Schulpräsident erwartet nun vom Nein-Komitee, dass dieses das Ergebnis akzeptiere. Ihn habe gestört, dass von der Gegnerschaft im Vorfeld Fakten ins Feld geführt worden seien, die unwahr seien. Zum Beispiel in Bezug auf den Landverbrauch des Siegerprojektes «Es ist überhaupt nicht so, dass das Projekt mit dem grössten ‹Fussabdruck› ausgewählt wurde», kontert Stäheli diesen Vorwurf. Zentral für eine kooperative Lösungsfindung sei deshalb für ihn, wer den STV Sommeri vertreten soll.
Behörde will selbstkritisch den Prozess «reflektieren»
«Die Debatte wurde im Vorfeld sehr emotional geführt und sachliche Argumente wurden zu wenig beachtet», sagt Stäheli. Ein Erweiterungsbau sei kaum möglich, wenn Sportwiese und Allwetterplatz in der jetzigen Form erhalten bleiben müssten.
Die Schulbehörde habe den Prozess umsichtig geführt und trotz Zeitdruck sehr sorgfältig geplant und informiert. Bezüglich künftiger Abstimmungen zu Planungs- und Baukrediten werde man jedoch selbstkritisch reflektieren, was man daraus lernen und besser machen könnte, so Stäheli. «Ich verstehe das Ergebnis deshalb als ein Ja, aber...»
